Aufwisch: Der Rest der Reise…

August 20, 2009

Es geht nun langsam dem Ende zu, ich habe mich schon lange nicht mehr gemeldet und entsprechend schlafe ich langsam schlecht (das Gewissen meinen treuen Leserinnen und Lesern gegenüber…).

So will ich etwas über den Rest meiner Reise berichten – höchste Zeit, denn morgen geht mein Flug zurück in die alte Welt…mit vielen neuen Ideen!

Von Santa Barbara gings nach San Francisco (Es scheint, dass alle Städte irgendwie heilig benant sind in Kalifornien!), wo ich zwei intensive Tage verbrachte. Ja, ich hätte länger bleiben können… Ich war im Museum of Modern Art, das mich beeindruckte und stolz an die Valser Wasser Flaschen erinnerte. Ich Fuhr mit den Cablecars, mietete ein Velo und fuhr über die Golden Gate Brücke (die allerdings typischerweise im Nebel lag) und versuchte durch herumgehen und erkunden möglichst viel von der Stadt zu erfahren. Dann besuchte ich noch ein Konzert im Stern Grove, mit Picknick-Brunch und hervorragender Musik (einer Brasil-Country-Band und Toto la Momposina aus Kolumbien).

Portland wurde zu einer der grossen Entdeckungen meiner USA-Reise. Eine Stadt, die in den Öffentlichen Verkehr investiert, Velostreifen nicht nur kennt, sondern ziemlich systematisch zu einem Velowegnetz zusammengefügt hat und die auch ausserdem viel tolles zu bieten hat! Besonders gefallen hat mir Powells, der grösste Buchladen der Welt, zumindest der USA… Auf 4 Etagen über einen gesamten Block hin werden neue und  gebrauchte Bücher angeboten, insgesamt über eine Million. Ich war glücklich… Zudem habe ich in dieser Stadt Basketball gespielt, Eulen beobachtet und war im Columbia-River Nachtschwimmen.

Dann kam Vancouver, Kanada – eine Superstadt, über die wohl mein Bruder in den kommenden Monaten noch manches bloggen wird… Daher hüpfe ich gleich weiter zu unserem Dreitagestrip nach Seattle, wo wir Skulpturen bewunderten, den Markt genossen, beinahe eine Koffeinvergiftung erlitten (ja, der erste Starbucks der Welt steht hier, und viele, viele andere Kaffees, die wohl nicht so eine grosse Karriere gemacht haben, aber trotzdem einen Besuch wert sind…), das verrückte Gehry-Gebäude inspizierten (was für ein Pleonasmus – alle Gehry-Gebäude sind verrückt), ein wunderbares Konzert erlebten (Emiliana Torrini) und viel herumspazierten und die Stadt erkundeten. Den Leuten in Seattle ist nicht bewusst, dass 1999 in ihrer Stadt Weltgeschichte geschrieben wurde – merkwürdig…

Nun denn – meine Reise ist zu Ende. Noch nicht zu Ende verarbeitet und hoffentlich – was Bekanntschaften und Ideen dieser Reise angeht – auch ein Anfang von einigem Neuen. Allen, die hin und wieder meinen Blog gelesen habe: Herzlichen Dank – es hat Spass gemacht, hin und wieder was zu schreiben und zu wissen, da liest auch mal wer…

Santa Barbara – Sonne, Strand und ein Gerichtsgebäude

August 11, 2009

Der Süden Kaliforniens hat seine Reize: es ist praktisch immer schönes Wetter, viele Menschen sind ausserordentlich attraktiv und sonnengebräunt, die Strassen sind von Palmen gesäumt, es gibt unzählige Sandstrände…nur das Wasser ist saukalt.

Kalifornien ist zwar am Rande des Bankrotts - aber man kann nicht sagen, es blühe nicht hier...

Kalifornien ist zwar am Rande des Bankrotts - aber man kann nicht sagen, es blühe nicht hier...

Es herrschte aber regelrechte Ferienstimmung, vor allem, als dann die Fiesta, die “Old Spanish Days” begannen und die Stadt mit mexikanischen Musikern, südamerikanischem Essen, Flamenco und vielen Confetti gefüllt war.

Worüber ich aber vor allem schreiben möchte, ist das Gerichtsgebäude, das mich so gar nicht an meinen Arbeitsort erinnerte: Zunächst einmal: es hat einen Turm, den man als Tourist besteigen kann und der eine gute Sicht über die Stadt bietet. Es ist aber vor allem ein prächtiges Gebäude, an vielen Stellen mit offenen Galerien, die in die Büros und Gerichtssääle führen. Prunktreppen, Palmen, Mosaiken, Wandmalereien – verrückt. Da werden wir neidisch:-)

ein paar Bilder:

Das ist das Gerichtsgebäude!

Das ist das Gerichtsgebäude!

Wandgemälde und recht prächtige Lampe im Innern

Gemälde, Mosaiken, Verzierungen, Prachtslampen...

Treppenhaus, halb draussen, halb drinnen

Treppenhaus, halb draussen, halb drinnen

Der Hinterhof des Gerichts...auch mal schön für ein Picknick.

Der Hinterhof des Gerichts...auch mal schön für ein Picknick.

Southwest II – es wird spektakulär

August 5, 2009

Auf der Fahrt von Albuquerque nach Flagstaff war ich nun endgültig im Bilderbuch-Amerika (siehe Lucky Luke, Cowboys, Western & Co.) angekommen: Trockene Ebenen, grosse Felsen, Kakteen, Staub. Mal gelb, mal rot, mal grau. In den weniger trockenen Gegenden gibt es Pine-Woods, manchmal durchbrochen von Birken. Hier wäre es nun wirklich schade, wenn die Fahrt durch die Nacht stattfände…zum Glück habe ich fast nur noch Tagesfahrten vor mir.

Ich wohnte in Flagstaff, einer kleinen Stadt im Coconino County, die aber ein sehr lebhaftes, sympathisches Zentrum hat; nachts gibt es ein Open-Air Kino oder eine Band auf dem zentralen Platz. Ein Charakteristikum dieser Stadt ist, dass sie an einem Bahnhof steht. Täglich fahren über 100 Güterzüge durch (je 5 Lokomotiven und etwas über 100 Güterwagen, oft beladen mit zwei Containern übereinander). Diese Züge hupen laut, wenn sie durchfahren. Vor allem bekannt ist Flagstaff aber, weil es in der Nähe von zwei grossen Landschaftssensationen liegt. Ich lasse am besten die Bilder sprechen… Am ersten Tag war es ein Ausflug nach Sedona zu den Red Rocks, am zweiten Tag der Grand Canyon:

…ja, die Bilder sind noch nicht bearbeitet. Fotoshop-Freaks, feel free to do it:-)

Southwest – eine Entdeckung!

August 4, 2009

Die Busfahrt fort von Texas war grauenhaft: Panne um Mitternacht, 4 Stunden Warten auf den Ersatzbus und schlussendlich 11 Stunden verspätete Ankunft in Albuquerque, New Mexico. War es wohl Texas, das seine Besucher nicht mehr gehen lassen will? (das offizielle Informationsbüro des Regierungsgebäudes verteilt Kleber auf denen steht: Don’t mess with Texas).

Albuquerque nun aber: Diese Stadt, von der ich nie wusste, wie man sie ausspricht (es ist ganz einfach: älbukörki), hat es mir auf den ersten Blick angetan!

Lag es an meinen herzlichen Gastgebern oder war es die spezielle Stimmung, die von den Adobe-Häusern in Kombination mit dem blauen Himmel und den weissen Wolken und den Bergen im Hintergrund ausging? Die Stadt bot mir jedenfalls einen wunderbaren Aufenthalt. Ich fuhr einen Tag nach Santa Fe mit dem neu gebauten New Mexican Rail Runner, der einen wirklich guten Service zu ausserordentlich tiefen Preisen bietet. Und ich genoss ausserordentlich gute Live-Musik in Albuquerque (an einem Montag und Dienstag Abend!).

PS: Das Essen war fantastisch: ich liebte es, was die New Mexicans mit ihren grünen Chillies machen…

Route 66 durch Albuquerque mit blauem Himmel und weissen Wolken

Route 66 durch Albuquerque mit blauem Himmel und weissen Wolken

Das Kunstmuseum von Santa Fe im Adobe-Baustil. Verrückt, diese Farben, diese Formen, so ungewohnt! Die ganze Stadt sieht so aus!

Das Kunstmuseum von Santa Fe im Adobe-Baustil. Verrückt, diese Farben, diese Formen, so ungewohnt! Die ganze Stadt sieht so aus!

Kakteen im Botanischen Garten von Albuquerque - sie wachsen hier auch wild.

Kakteen im Botanischen Garten von Albuquerque - sie wachsen hier auch wild.

Drei grüne Fische im Aquarium von Albuquerque - einer bewegt sich, zwei starren...

Drei grüne Fische im Aquarium von Albuquerque - einer bewegt sich, zwei starren...

Austin Fotos

Juli 31, 2009

Austin, TX

Juli 25, 2009

Texas ist nun richtiges Neuland für mich. So weit westlich war ich noch nie. Es war eine lange Busfahrt über Nacht, geschlafen habe ich schlecht. Aber am Morgen war alles anders: hier in Texas wachsen Kakteen auf den Feldern und am Strassenrand wie bei uns Hagebutten oder Haselsträucher. Grosse Ranches bestimmten die Fahrt von Houston nach Austin, die Autos sind älter als in Alabama (jedenfalls auf dem Land) und der Lone Star of Texas ist allgegenwärtig.

Besonders angetan hat es mir der Ort meines dreitägigen Stopps in Texas: Austin, die Hauptstadt. Im Gegensatz zum Rest des Staates, der als sehr konservativ bekannt ist, ist Austin ein liberales Zentrum. Es gibt viele Gründe, warum ich es geniesse in dieser Stadt: Velofahrer sind hier keine Aliens, sondern finden sogar hin und wieder Bike-Wegweiser oder Velostreifen. Ein in die länge gezogener See durchzieht die Stadt wie ein Fluss und bietet ein wunderbares Naherholungsgebiet mitten in der Stadt. Jogger, Wanderer, Biker, Hündeler und allerhand Leute flanieren, spazieren, hecheln durch diese Grünzonen und bedienen sich zwischendurch an den allgegenwärtigen Trinkwasserbrunnen.

Die Stadt ist ein Zentrum der Live-Musik. Dutzende von Bars haben jeden Abend Musik und die University of Texas, die einen guten Ruf hat, sorgt für ein junges Publikum. Es ist eine lebendige, freundliche Stadt, die ich mit Freude durchradle. Und sie hat neben einem hervorragenden Buchladen (Books People) ein paar Spezialitäten, wie z.B. über eine Million Fledermäuse, die unter einer Brücke mitten in der Stadt wohnen und bei Sonnenuntergang ausfliegen – natürlich jedes Mal von einer Menge Menschen beobachtet.

Das Motto der Stadt, das man immer wieder findet, trifft zu: Keep Austin weird! Hoffen wir, dass dieses Vorhaben gelingt…ich radle jetzt jedenfalls weiter glücklich durch diese Stadt und werde mich im History-Museum etwas über die Geschichte von Texas kundig machen!

Warum bloss ist alles so gross?

Juli 22, 2009

Es ist alles so GROSS!

1. Verkehrsinfrastruktur

Hier spreche ich nicht vom öffentlichen Verkehr – dieser kommt mit erstaunlich geringen Kapazitäten aus. Beispiel Bahnhof Charleston, S.C.: 120’000 Einwohner (600’000 in der Region) 2 Gleise, 4 Zugsabfahrten pro Tag, 20 Minuten Autofahrt vom Stadtzentrum entfernt.

Amerika ist grösstenteils für Autos gebaut. Jeder Supermarkt hat einen riesigen Parkplatz, die Läden sind in den wenigsten Fällen innerhalb einer Stadt, wie wir sie kennen, sondern entlang der im Minimum vierspurigen, breiten Autostrassen. Folgende Thesen könnten dabei eine Rolle gespielt haben:

- Die Siedlungsentwicklung in Amerika war nicht so stark wie in Europa vom Krieg geprägt. In der Zeit der Entwicklung der Städte befand sich weit und breit kein Feind, vor dem man sich hinter teuren und begrenzenden Mauern hätte verstecken müssen.

- Es gab keinen Mangel an Raum: Amerika ist so gross, dass es für jeden ein Stück Land gab, und dass sich jeder ein so grosses Stück Land nehmen konnte.

- Die räumliche Entwicklung war längst nicht abgeschlossen, als das Auto seinen Siegeszug antrat (nicht zu vergessen, Ford, der das Auto durch die Massenproduktion popularisierte, produzierte zuerst in den USA).

2. Essen

Ich bin sicher: Wenn ich als Single in den USA leben würde, ich würde verzweifeln. Im Supermarkt bekommt man buchstäblich keinen Liter Milch. Die kleinste Packung ist 2 Liter, die Normgrösse ist der Gallon-Tank (das wären 3.8 Liter). Die Äpfel sind alle auf Hochglanz poliert und keiner ist kleiner als faustgross. Regular Cream Cheese gibts nur im Family-Pack, den Lauch kauft man mindestens im 3er-Bündel. 

In einem Kaffee ist die kleinste Kaffee-Grösse 12 oz (das sind ca. 3 Deziliter). Dazu bekommt man meistens noch einen free refill, d.h. man kann da locker über einen halben Liter Kaffee. An meinem ersten Abend in Atlanta wurde mir das zum Verhängnis: es regnete so stark, dass ich den Abend in einem Coffee-Shop verbrachte und zwei Medium-Kaffees trank. Als ich dann später versuchte, zu schlafen, merkte ich, dass ich doch ein kleines bisschen sensibel auf Koffein reagiere… Ein Kaffee hat mich bis jetzt noch nie am Schlafen gehindert – ein Liter Kaffee war wohl aber etwas zu viel des Guten.

Diese rauen Mengen sind nicht teuer! Jedenfalls nicht, was Kaffee oder Burger betrifft: Für einen Kaffee (inkl. Refill) bezahle ich ca. $1.50, gestern sah ich ein Angebot von Krystal Burger: 5 Hamburger, Pommes-Frites und ein Getränk für $5.00. Das ist verlockend, nicht wahr?

3. Die Menschen

Nein, längst nicht alle. Aber 30% der Menschen sind übergewichtig, das ist Weltrekord. Obwohl ich mich momentan im Staat Alabama, der innerhalb der USA auf Platz zwei steht befinde, habe ich das Gefühl, seit meinem letzten Besuch in den USA habe die Menge der Übergewichtigen abgenommen. Sind sie in ihre Wohnungen verschwunden? Sind sie fitter geworden? Ich weiss es nicht, es kann auch Optimismus sein. Jedenfalls gibt es natürlich diese eindrücklichen Erscheinungen, die man sich aber nicht zu fotografieren traut… Die Frage Warum? ist natürlich auch hier zu stellen. Es könnte sein, dass es ein kleines bisschen etwas mit den unter Punkt 1 und 2 beschriebenen Verhältnissen zu tun hat…

 

Und das ganze Land ist riesig! Heute Nachmittag geht mein Bus nach Austin, Texas: 20 Stunden Fahrt, und ich werde noch kaum in der Mitte dieses Kontinents angelangt sein…

Merkwürdige Gesetze…

Juli 21, 2009

Es gibt kreative Strafmethoden. Wer in Alabama nach dem Tanken nicht bezahlt, kann seinen Führerschein verlieren. Wow! Auf diese Idee wäre ich nicht gekommen. Die Benzinlobby in Alabama scheint kreativ und kann sich anscheinend beim Gesetzgeber durchsetzen.

Die Tankstellen warnen die Konsumenten vor dieser Gefahr:

youcouldbewalking!

Ob das wohl auch gilt, wenn ich Pneus für mein Auto klaue? Wenn ich das Auto selbst klaue? Wenn ich nun ein Auto habe, das elektrisch fährt: muss ich mir um meinen Fahrausweis sorgen, wenn ich meine Stromrechnung nicht bezahle? Ich konnte mich beruhigen, die zitierte Gesetzesbestimmung gilt nur für Tankstellen.

Trotzdem fühlte ich mich gleich zu kreativem legislativem Aktivismus hingerissen. Könnten wir nicht den Fahrausweisentzug auch für den Diebstahl von Äpfeln androhen? Oder die Baubewilligung zurückziehen, wenn ein Haus mit gestohlenem Material gebaut wird? Der Wirt, der sein Bier nicht bezahlt, könnte das Wirtepatent verlieren, der kleine Fritz, der einen Bleistift oder Kaugummi stiehlt dürfte nicht mehr zur Schule und dem Drogendelinquenten könnte man die Entzugskur streichen! Am Rande bemerkt: interessant, dass der Kanton Solothurn nun zum Vorreiter der Rasereibekämpfung in der Schweiz wird – wir werden sehen, ob wir es bald mit ebenso kreativen Vorschlägen zu tun haben…

Atlanta-Tuscaloosa-Montgomery

Juli 18, 2009

Was man nicht alles verpassen kann in Atlanta!

Wir waren nicht im Aquarium, nicht bei Coca-Cola und nicht bei CNN. Für jeden Nichtbesuch dieser “Attraktionen” habe ich einen guten Grund. Es ist aber nicht die Idee, darüber zu bloggen, was man verpasst hat, sondern über Erlebtes zu erzählen. Die 5-Millionen-Stadt machte auf mich einen guten, grünen Eindruck – aber wirklich gepackt hat sie mich nicht. Anders als beispielsweise Chicago und New York verspürte ich nichts wie eine Begeisterung. Atlanta hat seine schönen Seiten: Es gibt viele Bäume in den Strassen, grosse, schöne Parks und der öffentliche Verkehr (die Marta) funktioniert sehr gut. Andererseits ist die Stadt sehr auseinandergerissen, und hat verschiedene, beinahe unabhängige Zentren. Es gibt mehrere Orte, an denen die Wolkenkratzer sich zu einer Skyline formen. So weiss man nicht recht, wo denn nun die Stadt ist.

Interessant und inspirierend war der Besuch des Martin Luther King Memorials gegenüber der Ebenezer Baptist Church (momentan leider geschlossen) in der sein Vater und später er Pfarrer waren. Es ist eine unglaubliche Leistung, wie sich Amerika in den letzten 50 Jahren entwickelt hat, was Civil Rights angeht. Man kann es kaum glauben, dass genau in diesen Städten Zustände herrschten, die jeder Vernunft widersprechen. Von der Art, wie Martin Luther King gewaltlos aber mit Begeisterung, Sachlichkeit und Überzeugung kämpfte, können wir viel, viel lernen.

Die Reise nach Tuscaloosa führte wieder zu einem guten Teil durch endlose Einkaufsgegenden. Es verschlägt mir immer wieder den Atem, wie stark dieses Land auf das Automobil ausgerichtet gebaut wurde. Tuscaloosa selbst ist für mich vor allem als Erinnerungsort interessant – verbrachte ich doch hier 7 Wochen an der Universität. Ich traf ein paar alte Freunde, und genoss eine abenteuerliche Velofahrt in der Hitze durch den Autodschungel, vom einen Ende der Stadt ans andere. Auch hier wieder die Erinnerung an Szenen aus dem Kampf für Civil Rights: Hier stand George Wallace (Zitat aus seiner Amtseinführungsrede: “I say segregation now, segregation tomorrow, segregation forever”), konservativer demokratischer Gouverneur von Alabama, 1963 in der Türe, um symbolisch zu verhindern, dass zwei afro-amerikanische Studenten sich fürs Studium einschrieben. 

Governor_George_Wallace_stands_defiant_at_the_University_of_Alabama

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch in Montgomery wird es bezüglich Civil Rights einiges zu beobachten und zu berichten geben, ging doch dort mit dem Busboykott die ganze, faszinierende Geschichte los…

Montgomery war aber zunächst nur für wenige Stunden mein Aufenthaltsort. Nachdem wir eine sehr gute Pizza gegessen hatten, liess ich den Grossteil meines Gepäcks im wunderschönen Haus meiner Freunde und es ging los auf einen Trip in den Süden: nach Mobile und New Orleans…

10 Abende auf dem Meer

Juli 16, 2009

Eigentlich hatte ich ja eine gute Menge Sonnenuntergänge erwartet – ganz so spektakulär war es nicht…wir hatten auch verregnete Tage, an denen man sich die Farbe am Himmel eher vorstellen musste. Aber eindrücklich war es trotzdem immer: der weite Horizont, das Wasser und der Himmel…

Obwohl es nicht immer ein Foto wert war, habe ich jeden Abend den Himmel fotographiert – that’s it:

…ja, es war schön:-)


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